Update zum Facebook Datenschutzskandal: Hat Zuckerberg seine Superpower verloren?

Die Federal Trade Commission kündigte eine Reihe von Richtlinien an, zu deren Einhaltung Facebook zugestimmt hat, zusätzlich zu der Einigung über 5 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zum Bußgeld muss Facebook einige Datenschutzmechanismen einführen, die hauptsächlich die Erstellung von Dokumentation erfordern. Facebook muss nun auch App-Entwickler von Drittanbietern prüfen, um sicherzustellen, dass sie die Richtlinien von Facebook in Bezug auf die Datennutzung einhalten. Mit anderen Worten: Facebook muss aktiv überwachen, ob ein Skandal wie bei Cambridge Analytica erneut auftritt. Der Vergleich erfordert weiterhin die Ernennung eines unabhängigen Datenschutzausschusses, dessen Mitglieder nur von einer Mehrheit des Verwaltungsrats ausgetauscht werden können. Damit soll sichergestellt werden, dass Mark Zuckerberg keine einseitigen Entscheidungen darüber treffen kann, wie das Unternehmen mit dem Datenschutz der Benutzer umgeht. Er hat bereits genug Kontrolle über das Unternehmen und kann in großem Umfang das Vorgehen und die Politik von Facebook bestimmen. Ohne Unterstützung durch zusätzliche Mitglieder des Facebook-Verwaltungsrats wird es ihm in Zukunft nicht möglich sein das Thema Datenschutz zu steuern. Diese Stelle sowie Zuckerberg und andere ernannte Compliance-Beauftragte müssen der FTC vierteljährliche Berichte vorlegen.

Zusätzlich ist es Facebook auch untersagt, eine Reihe anderer „zwielichtiger“ Dinge zum Zweck der Datenerhebung zu tun. In Zukunft ist es erforderlich, die ausdrückliche Zustimmung der Benutzer bezüglich der Gesichtserkennungstechnologie einzuholen. Benutzer können nicht implizit durch ihre Anmeldeinformationen auch für andere Dienste freigeschaltet werden. Darüber hinaus wird die Nutzung erhaltenen Daten wie Telefonnummern für andere Zwecke – z.B. Werbeanrufe – unterbunden. Ursprünglich hat Facebook die Handynummer aus Sicherheitsgründen für die 2 Faktor Authentifizierung erfragt, sie aber auch für andere Zwecke genutzt und sogar für andere Nutzer sichtbar gemacht.

Außerdem muss Facebook auch 100 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen, die dem Online-Netzwerk vorwarf, Anleger zu spät über den Datenschutz-Skandal informiert zu haben.

Auch für Cambridge Analytica hat der Skandal ein Nachspiel: sie wurde von der FTC verklagt, weil sie Nutzer falsch über die Datensammlung informiert habe. Der Cambridge-Analytica-Chef Alexander Nix ging eine Vergleichsvereinbarung ein. Unter anderem wird der Firma auferlegt, alle dabei gesammelten Daten zu löschen.

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Lilith Khurshudyan

Lilith Khurshudyan ist Master of Science in Management und spezialisiert auf Projektmanagement. Ihre Fokusthemen sind Datenschutz und Analytics.

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